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Auf Rollski Richtung deutsche Spitze

Die Todtnauer Biathletinnen Helena Gnädinger und Miriam Behringer sichern sich in der Staffel die deutsche Vizemeisterschaft.

BIATHLON. Der heiße Atem der Weltklasse treibt an: Helena Gnädinger vom SC Todtnau wuchsen am ersten Wochenende der deutschen Biathlon-Meisterschaft in Langdorf Flügel. Am Arbersee war sie beste deutsche Juniorin und krönte ihr couragierte Leistung beim Staffelrennen: Als Schlussläuferin sicherte Gnädinger dem baden-württembergischen Trio mit der Todtnauer Vereinskollegin Miriam Behringer und Kathrin Hitzer (SC Gosheim) hinter Thüringen die Vizemeisterschaft.

Vorneweg eine Andrea Henkel, von hinten schiebt sich eine Magdalena Neuner heran. Für Helena Gnädinger gehört das Duell mit den Berühmtheiten des Biathlonsports noch nicht zum lässig heruntergespulten Alltagsgeschäft. Bis zum vergangenen Winter tummelte sich die Abiturientin vom Skiinternat Furtwangen ausschließlich in der Jugendklasse, wo sie die Gesamtwertung des Deutschlandpokals gewann. Nun skirollerte die 18-jährige Todtnauerin bei den deutschen Meisterschaften in Langdorf und Ruhpolding Seit’ an Seit’ mit Olympiasiegerinnen und Weltmeisterinnen über den Asphalt. Bereits seit einigen Jahren weichen die Biathleten für ihre nationalen Titelkämpfe in den Sommer aus.

"Helena hat die Erwartungen bei der DM sicher übertroffen", sagt ihr Bruder Andreas Gnädinger, der sich als Stützpunkttrainer am Notschrei um den Schülernachwuchs kümmert. Im Sprint und der Verfolgung überzeugte sie jeweils als Gesamt-13. und damit beste Juniorin. Angetrieben von einer fantastisch laufenden Kathrin Hitzer, blieb Gnädinger im Staffelrennen am Schießstand fehlerfrei und sicherte dem Ba-Wü-Trio den zweiten Platz vor der heranstürmenden Magdalena Neuner, die die schlecht gestarteten Bayerinnen nur noch auf Rang drei brachte. Miriam Behringer war als Startläuferin ebenfalls ohne Fahrkarte geblieben.

Mit Platz elf zeigte Gnädinger beim Einzelwettkampf in Ruhpolding, wo die DM-Wettbewerbe am vergangenen Wochenende abgeschlossen wurden, ebenfalls eine starke Leistung. Neuner, die tags darauf den Massenstart gewinnen sollte, kam hier lediglich auf Rang neun. Ihren schwächsten Tag erwischte Gnädinger ausgerechnet im Massenstart am Samstag, als die Juniorinnen im klassischen Stil unter sich blieben. Als Vierte reichte es für sie hier knapp nicht aufs Podest.

Während Gnädinger sich als C-Kader-Läuferin im kommenden Winter vor allem beim Deutschlandpokal bewähren will, hofft Miriam Behringer noch auf den Sprung in den B-Kader. Dann wären auch regelmäßige Starts im IBU-Cup möglich, der zweiten internationalen Kategorie hinter dem Weltcup. "Miriam hat bei der DM gute Leistungen gezeigt, auch wenn das absolute Topresultat im Einzel ausgeblieben ist", urteilt Andreas Gnädinger.

Neben ihrem Staffelrennen überzeugte die 21-jährige Todtnauerin in ihrem ersten Jahr bei den Frauen vor allem in der Verfolgung, als sie sich mit der sechstbesten Laufzeit noch von Rang 14 auf Platz acht nach vorne schob. Mutig setzte sich Behringer auch im Massenstart der Frauen in Szene: Unter den 26 gemeldeten Teilnehmerinnen belegte sie als jüngste Starterin den siebten Platz.

 

Die Bundeswehr lässt Gnädinger und Kiefer warten


Während Behringer beim deutschen Zoll angestellt ist, haben sich Gnädinger und Alexander Kiefer vom SC Schönau-Belchen nun für eine Karriere bei der Bundeswehr entschieden. Allerdings wurden hier nach dem Wegfall der Wehrpflicht die Aufnahmezyklen geändert: Beide können erst zum 1. Januar 2012 eingestellt werden und müssen bis dahin finanziell über die Runden kommen. "Ohne die Hilfe der Eltern wäre das kaum möglich", erklärt Andreas Gnädinger. Den Aiterner Alexander Kiefer erwartete als Junior bei der DM eine bärenstarke Männerkonkurrenz. Sein bestes Resultat war Rang 21 im Einzelwettkampf von Ruhpolding. Hier ragte von den Schwarzwäldern Tobias Hermann vom SC Gütenbach mit Gesamtrang 13 heraus. Im Massenstart der Juniorenklasse blieb Kiefer als Vierter lediglich drei Sekunden hinter dem drittplatzierten Josef Wolf (SC Ruhpolding). Hermann stürzte auf dem nassen Asphalt und musste aufgeben. Die Verletzungsgefahr mit Rollski ist größer als im Winter auf weichem Schnee.

Benedikt Doll von der SZ Breitnau ließ aus Schwarzwälder Sicht zum DM-Auftakt in Langdorf mit dem sechsten Gesamtrang im Sprint aufhorchen. In der Staffel holten Doll und Hermann zusammen mit Simon Schempp (SZ Uhingen) die Bronzemedaille. Zum DM-Abschluss sicherten sich Doll und Schempp mit Kathrin Hitzer im Mixed-Wettbewerb nochmals einen dritten Platz.

Badische Zeitung vom 21.9.2011
Foto: Viktoria Franke
 

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